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Nierenerkrankungen

Das Pferd und seine Nieren

Pferde haben, wie wir Menschen auch, zwei Nieren und zählen als paariges Organ neben Leber, Darm und Haut zu den wichtigsten Entgiftungsorganen des Organismus. Sie reinigen das Blut, scheiden flüssigen Abfall als Urin aus und entfernen Toxine. Somit übernehmen die Nieren beim Pferd den Hauptteil der Entgiftung. 

Ebenfalls sind die Nieren dafür zuständig, den Wassergehalt im Körper konstant zu halten, toxische Substanzen wie Harnstoff und Ammoniak zu eliminieren, Blutplasma zu filtern, sowie zur Regulation des Säure-Basen-Haushaltes und des Elektrolytespiegels im Blut und des Blutzucker- und Aminosäurenspiegels. 

Eine Niere wiegt etwa 700 Gramm und ist ca. 15 Zentimeter lang. Die bohnenförmige rechte Niere liegt unter den Rippen der letzten zwei bis drei Brustwirbel und unter dem ersten Lendenwirbel. Und die linke Herzförmige Niere liegt unter der letzten Rippe und den ersten zwei bis drei Lendenwirbel. 

 

Gesunde Nieren halten die Blutkonzentration konstant indem sie Flüssigkeitsverluste regulieren. Durch die Regulierung der Konzentration des Harns bestimmt die Niere den Wassergehalt und den Wasserbedarf des Körpers. Bei Wassermangel wird der Harn konzentriert, so dass dann weniger davon über den Harnleiter in die Harnblase abgeführt wird von dem aus dann willentlich der Harn entlassen wird. 

Sogenannte entgiftungspflichte Stoffe, wie stickstoffhaltige Abfallstoffe aus dem Eiweißstoffwechsel (Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure) aber auch Giftstoffe wie Toxine und Noxen (aus Chemikalien wie Medikamente, künstliche Aromastoffe, Konservierungsmittel usw.) können bis zu einer bestimmten Grenze im Harn konzentriert werden. Während hingegen überschüssige Mineralstoffe wie Kalium, Phosphat, Natrium und Wasserstoffionen rasch und unkompliziert abgeführt werden können. Ebenso sind die Nieren aber auch in der Lage fehlende Nährstoffe wie z.B. Magnesium zurückzuhalten und dem Organismus zurückzuführen. 

 Wird dem Pferd ein Überangebot an zu hoher Eiweißüberversorgung, Anflutung von Giftstoffen verabreicht, führt dies zu einem vermehrten Harnfluss, einhergehend mit einem höheren Wasserbedarf. Nierenschäden beim Pferd gehören zu den besonders schwerwiegenden Erkrankungen, auch leichte Nierenschwächen können die Gesundheit des Pferdes belasten. 

 

Die Pferdenieren sind mit einem Blutdurchfluss von täglich ca. 6.600 Litern ein sehr gut durchblutetes Organ. In den Nieren wird das Blut gefiltert, wodurch die Reinigung und der Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechselprozesses gewährleitstet wird. Zudem werden in den Nieren als endokrine Drüse wichtige Hormone gebildet. Da ein viertel des Blutes, welches ständig durch das Herz transportiert wird, auch durch die Niere transportiert wird, ist hier eine extrem gute Sauerstoffversorgung vorhanden die wiederum auf eine intensive oxidative Energiegewinnung hindeutet. 

Jede Niere ruht für sich in einer Nierenkapsel aus derbem Bindegewebe, die es mit den zusammen umgebenden Organen an seinem Platz hält. Geschützt werden sie durch die Querfortsätze und einem Fettpolster. Die Nierennerven, -Arterien, -Venen, -Lymphgefäße und Harnleiter ziehen an einer "Hilus" genannten Einziehung in die Nieren hinein oder hinaus. 

Auslöser für Nierenprobleme

Nierenerkrankungen sind meist auf andere vorausgehende Krankheiten zurückzuführen. Die Nieren des Pferdes nehmen enormen Einfluss auf die Gesundheit des Pferdes ein. Sie sind zwar grundsätzlich sehr robust und zeigen bei krankhaften oder chronischen Störungen erst sehr spät klinische Anzeichen. Daher sind leichte Nierenfunktionsstörungen dementsprechend schlecht zu diagnostizieren. Wenn die Niere überlastet wird, leidet die Funktion.

Entzündliche oder infektiöse Krankheiten können als mögliche Auslöser in Frage kommen. Aber auch eine Erkrankung der Leber kann schwerwiegende Folgen auf die Funktionalität der Nieren haben. Ebenso nierentoxische Medikamente wie Entzündungshemmer oder Antibiotika in einer Überdosierung oder Langzeitanwendung belasten die Nieren erheblich und schädigen diese sogar dauerhaft. Wird das Blut nicht mehr mit gleichem Druck durch die Nieren transportiert, dann werden diese nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies passiert zum Beispiel bei Koliken, Durchfall und Flüssigkeitsmangel. Aber auch bei der Aufnahme von Giftpflanzen wie dem Jakobskreuzkraut und Giftstoffen von Schimmelpilzen

Aber auch Tumore oder erbliche Fehlbildungen können die Nieren schädigen. Und nicht zu vergessen ist die Fütterung. Diese nimmt erheblichen Einfluss auf die Nieren und Leber. Wird ein Pferd dauerhaft mit einem zu hohen Proteingehalt gefüttert, erhöht sich die Harnstoffmenge die durch die Nieren ausgeschieden werden muss. Hier wird das Nierengewebe einer starken Belastung ausgesetzt. Eine andauernde Überversorgung von Calcium und Vitamin D kann als Ursache für chronische Nierenprobleme nicht ausgeschlossen werden. Calcium Überfluss wird bei Pferden nicht über den Darm sondern über die Nieren ausgeschieden. Und bei einem Überschuss an Vitamin D kann es in der Niere zu Einlagerungen von schädigenden Gebilden führen. 

Wird die Niere geschädigt, bleibt ein chronisches, meist irreversibles Problem. Denn anders als die Leber, kann sich die Niere nur bedingt bis gar nicht regenerieren. Hier kann man dann nur darauf achten, durch richtig eingestellte Fütterung und der entsprechenden tierärztlichen Betreuung das noch arbeitende Gewebe zu erhalten.

Aflatoxine sind Schimmelpilze. Diese sogenannten Mykotoxine sind hochgiftig und hier reichen nur wenige Milligramm um lebensbedrohliche Schäden hervorzurufen. Mykotoxine wirken teilweise krebserregend, können also das Erbgut verändern und rufen bei Mensch und Tier erhebliche gesundheitliche Schäden hervor. Während Aflatoxine vor allem die Leber schädigen, wirken Ochratoxine vorwiegend kanzerogen und schädigen die Nieren. Zearalenone werden von Fusarium-Arten in Heu, Futtermitteln und Getreiden (vor allem im Mais) gebildet, wirken Nerven-, Blutbildung-, Haut- und fruchtbarkeitsschädigend. 

Mykotoxine können das Nervensystem schädigen und zu untypischen Verhaltensweisen, plötzlichem Scheuen und unverständlichen Reaktionen führen. Solche Reaktionen können natürlich auch die Folge der Belastung von Leber und Niere durch die Schimmelgifte sein. Mykotoxine verändern nicht nur das Nervensystem, sie können auch das Blutbild erheblich verändern. 

Aflatoxine sind die Gifte von Apergillus flavus, einem Pilz, der wirklich überall vorkommt. Aflatoxine B1 findet man vor allem in Getreide, Heu, Nüssen und Mohn. Das Mykotoxin Ochratoxin wird unter anderem von einigen Aspergillus- und Penicillium-Arten oft während des Pflanzenwachstums gebildet und führt zu Nierenproblemen mit Wasseransammlungen, die sich bei Pferden in angelaufenen Beinen zeigen können. Lahmheiten mit Bewegungs- und Koordinationsstörungen oder sogar Ataxien, sowie Wachstumsdepressionen und verminderter Appetit können auf eine Belastung mit Ochratoxin hinweisen. 

Aber nicht nur Heu, Nüsse und Mohn können mit diesen Aflatoxinen belastet sein, sondern auch Ölsaaten, Mais, Reis- und Reisschalen, Weizen und gewalzter Hafer sind häufig damit belastet. Meist entstehen diese Schimmelpilze durch falsche Lagerung in den Reitställen. Daher werden Futtermittel oft vorbehandelt, um dies zu vermeiden. Mit Einsatz diverser Konservierungsstoffe, die eine mikrobielle Besiedlung vermeiden sollen.

 

Hier werden z.B. Sorbinsäure E200, Schwefeldioxid E220, Natriumsulfit E221 oder Benzoesäure E210, Kohlendioxid E290, Propionsäure E220 oder Ammoniak verwendet. Und nicht nur Getreide, sondern auch Kräuter, Obst und Luzernewiesen werden mit Pestiziden bzw. Herbiziden unterschiedlichster Art behandelt. 

Mykotoxine - Die Gifte der Schimmelpilze

Mit Schimmelpilzen belastetes Futter führt bei Pferden zu schweren Leber- und Nierenerkrankungen, kann Koliken auslösen und die Fruchtbarkeit schädigen. Die Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze heißen Mykotoxine und sind hochgiftig. Die Sporen der Schimmelpilze sind nahezu unsichtbar. Sobald die Temperatur und die Feuchtigkeit stimmen, wird der Stoffwechsel der Sporen aktiviert. Mit ausreichend Sauerstoff und günstigen pH-Wert entwickelt sich aus den Sporen eine fadige Struktur aus kleinen langen dünnen Pilzfäden, die wir dann als Schimmel erkennen. Während die Sporen nicht einmal von Luft und Liebe leben, ist der Schimmelpilz eine Fressmaschine. Er ernährt sich von organischen Molekülen wie Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten und schreckt nicht einmal vor Leder zurück. Dabei bildet er sekundäre Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine. Die scheidet der Pilz aus, um sich selbst vor Fressfeinden, wie z.B. Bakterien zu schützen. 

Ganz besonders bevorzugen Schimmelpilze nahrhaftes stärkereiches Getreide. Es ist nicht einfach, mit dem bloßen Auge die Schimmelpilzbelastung eines Futtermittels zu beurteilen. Bei Getreide kann man durch Geruch und die Farbe zumindest eine hohe von einer niedrigen Qualität unterscheiden. Befallener Hafer zeigt sich oft grau, aber auch Rot-Braunfärbung der Körner, Verfärbung der Maiskolben, Schmachtkörner, taube Ähren und abgestorbene Halme können auf Belastung hinweisen.

 

Heu zeigt sich oft staubig, auf den Halmen findet man kleine schwarze Punkte, das Heu riecht nicht nach Heu sondern muffig. Bei der Silage zeigt eine weiß-grau Verfärbung einen Befall an. Leider ist es nahezu unmöglich, Pferde vollständig mit hochwertigem, von Mykotoxinen unbelastetem Futter zu ernähren. Daher sollte bei Pferden, die einer Mykotoxinbelastung ausgesetzt waren oder sind, versucht werden Schadensbegrenzung durch Aktivierung der Leber-, Darm- und Nierenfunktion vorgenommen werden. 

Symptome eines Nierenproblems

Pferde, die unter einer Nierenschwäche leiden, neigen zu Entgiftungsstörungen. Nierenprobleme gehören zwar nicht zu den häufigsten Erkrankungen bei Pferden, sind aber auch keine Seltenheit. Problematisch daran ist es, dass sie oft erst sehr spät erkannt wird, nämlich erst dann, wenn der Verlauf bereits chronisch geworden ist. Ist die Niere erstmal in ihrer Funktion geschwächt (insuffizient), so kann sie sich - im Gegensatz zur Leber - nicht mehr regenerieren. Hier kann man dann nur noch darauf achten, durch richtig eingestellte Fütterung und regelmäßige homöopathische oder pflanzliche Nierenpflege das noch arbeitende Gewebe zu erhalten. Daher sollte frühzeitig auf Symptome von Leber- und Nierenüberlastung geachtet werden.

Stoffwechselstörungen - Nierenprobleme erkennen und behandeln

Mauke muss nicht unbedingt vom Matsch herrühren, Hufrehe kommt nicht immer von einem Fructan-Überschuss und selbst das "Auffressen" von Salzlecksteinen können mit einem Nierenproblem zu tun haben. 

Wichtig ist hier sich nicht immer nur nach den Leber- und Nierenwerten im Blutbild zu richten, sondern nach "Frühmarkern" die auf Leber- und Nierenschwäche hinweisen, dann stellt man fest, dass weit mehr Pferde Stoffwechselprobleme haben, als man auf den ersten Blick denkt. Aber werden diese Pferde rechtzeitig richtig unterstützt, so kann man beobachten, wie die Symptome relativ schnell verschwinden bzw. schwächer werden.

Was sind "Frühmarker"?

Erkennbare Symptome können zunächst eine verringerte Harnmenge (Oligurie) sein, oder das Pferd setzt häufig Harn ab (Polyurie).

Sonderbares Verhalten kann auch auf eine Nierenschwäche hindeuten. Betroffene Pferde neigen zu Schreckhaftigkeit und Angstzuständen, scheuen sehr leicht.

Unangenehmer Harngeruch auf dem Fell (oft bei Ponys und Kaltblütern, die als "eiweißempfindlich" gelten). Die Muskulatur kann fest sein und mitunter sind die Beine angelaufen. Bei manchen Pferden sind Rückenprobleme im Beckenbereich festzustellen. Die können, müssen aber keine Anzeichen sein. Auch das Auftreten von Ekzemen kann neben einer Leberentgiftungsstörung auf eine Nierenschwäche hinweisen. 

 

  • Stumpfes, glanzloses Fell, kombiniert mit einem schlechten Winterfell
  • Schlechter oder verlangsamter Fellwechsel
  • Extrem hohe Wasseraufnahme (ständiges Trinken)
  • Verringertes oder häufiges Urinieren, im fortgeschrittenen Stadium sogar mit Blut im Urin
  • Apathie sowie Unruhe können gleichermaßen auftreten
  • Müdigkeit, Schwerfälligkeit. Dies ist die Folge der narkotisierenden Wirkung des Harnstoffs, der sich durch den fehlenden Abtransport im Körper anreichert
  • Trockene Haut (Faltentest) und keine Flüssigkeitsaufnahme trotz ausreichendem Trinkwasserangebot
  • Angeschwollene, angelaufene Beine
  • Am Unterbauch auftretende Ödeme (Wasseransammlungen)
  • Appetitlosigkeit gefolgt von starker Abmagerung
  • Verfärbter und stark riechender Urin
  • Bluthochdruck
  • Hautprobleme wie (Ekzeme, Sommerekzem, Mauke, Raspe, Neigung zu Phlegmone, Nesselfieber (Pickel, oder Flecke, die den Körper überziehen und oft ein bernsteinfarbenes Sekret absondern), Überempfindlichkeit gegen Insektenstiche, Waschmittel etc., genereller Juckreiz, Warzen und Sarkoide, Neigung zu Pilzen, Haarlingen und andere Ektoparasiten, generelle Überempfindlichkeit der Haut
  • Hufrehe
  • Hufabszesse, Strahlfäule
  • Ödeme, z.B. Aufwölbungen am Rücken, links und rechts der Wirbelsäule, hinter der Sattellage, oberhalb der Nieren, angelaufene Beine (Ruhetagsphlegmone), schwammige Sprung- oder Karpalgelenke, angelaufener, fester Halskamm, Ödem-Polster an den Flanken, oft mit Fettpolstern verwechselt.
  • Allergien
  • Schlechte Wundheilung
  • Untypisches Schwitzverhalten, also zu starkes oder zu schwaches Schwitzen, Hyperventilation durch mangelndes Schwitzen
  • "Fressen" von Salz- und Minerallecksteinen 

Da die Niere verschiedene Hormone bildet, wie z.B. die für die Blutdruckregulation und den Calciumstoffwechsel sowie für die Bildung roter Blutkörperchen, produziert sie ein knochenmarkstimulierendes Hormon. Was bedeuten kann, dass ein Mangel an roten Blutkörperchen im Blutbild auf eine Nierenproblematik hinweisen kann. 

Werden die Früh-Symptome von Leber und Niere nicht beachtet, so können sich die Stoffwechselprobleme in Krankheiten manifestieren. Zu den Krankheiten, bei denen der Stoffwechsel und die Fütterung als mögliche Ursachen diskutiert werden, gehören neben den Naheliegenden Magen-Darm-Erkrankungen wie Kotwasser, Durchfall, Magengeschwüre, Koliken etc. auch

- Equines Cushing-Syndrom (ECS)

- Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

- Insulinresistenz (Diabetes, häufig in Zusammenhang mit Cushing oder EMS)

- Polysaccharid-Speicher Myopathie (PSSM)

- Kreuzverschlag

- Hufrehe (Laminitis) des Pferdes

- Sommerekzem

-Mauke/Raspe

- Osteochondrosis-dissecans (OCD, Chips, Gelenkmäuse), Strahlbein- und Gleichbein-Erkrankungen sowie Wobbler-Syndrom, Arthrosen und Knochenzysten bei jungen Pferden

Wie wird eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert?

Je nach Krankheitsstadium wird eine Blut- und Urinanalyse sowie Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Gerade bei der Blutuntersuchung sind die Harnstoffwerte (>6,7 mmol/l), die Kreatininwerte (>177 umol/l) und einige bestimmte Elektrolyte-Werte entscheidend.  

 

Da Harnstoff in den Nieren aus dem Blut filtriert wird, ist er ein Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Erhöhte Harnstoffwerte, die beim Pferd als kritisch betrachtet werden, geben nicht immer einen eindeutigen Hinweis auf eine Nierenerkrankung. So können sehr proteinreiches Futter, ein Kohlenhydratmangel im Zusammenhang mit Fasten, aber auch Cushing den Harnstoffwert erhöhen. Schockzustände, Infektionen und schwere körperliche Belastung führen ebenso zu hohen Harnstoffwerten wie eine Schilddrüsenüberfunktion und eine Nebennierenunterfunktion.

Weitere Hinweise geben zudem ein zu niedriger Natriumspiegel sowie eine erhöhte Kalium- und Phosphorkonzentration im Blut.

Nierenerkrankungen werden bei Pferden in 4 Stadien eingeteilt:

  1. Volle Kompensation: Einige Gewebezellen sind bereits beschädigt, allerdings kann die Reserveleistung der Niere diesen Verlust ausgleichen. Im Blutbild sind noch keine veränderten Nierenwerte zu erkennen.
  2. Kompensierte Retention: Das Blutbild zeigt zwar bereits veränderte Nierenwerte auf, das Pferd leidet aber zunächst noch nicht an sichtbaren Symptomen.
  3. Präterminales Nierenversagen: Das Blutbild zeigt stark veränderte Nierenwerte auf. Die meisten Symptome sind nun klar vorzufinden.
  4. Terminales Nierenversagen: Dieses Stadium steht einer Dialyse oder einer Transplantation gleich. Beim Pferd sind diese Optionen allerdings nicht möglich, so dass dies den Tod zur Folge hat.

Fütterung bei Nierenproblemen

Wurde bei Deinem Pferd ein Nierenproblem festgestellt, sollte die Fütterung umgestellt werden. Wichtig ist dabei, dass die Ernährung vor allem Eiweiss entlastet wird. Kohlenhydrate, eiweissarme Fasern und Öle können jedoch problemlos gefüttert werden.

Für eine bessere Durchflutung der harnleitenden Organe empfehlen sich Magnesiumgaben, hier allerdings ausschliesslich organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat oder Magnesiumaspartat, da sie zu einer Erhöhung der Wasseraufnahme des Pferdes führen, während Phosphor, Calcium, Natrium und Chlor sofort reduziert werden müssen. Spurenelemente sollten dem täglichen Bedarf angepasst und ausreichend zur Verfügung gestellt werden.

Zu beachten ist auch, dass die Grundfutterration des Pferdes, bestehend aus Heu und Stroh grundsätzlich einen höheren Calciumgehalt vorweist, als notwendig ist und Calcium über die Nieren ausgeschieden werden. Sind die Nieren allerdings bereits stark belastet, können sie Calcium nicht mehr entsprechend ausscheiden. Daher ist auch eine Luzernefütterung, aufgrund des extrem hohen Calciumgehalts einzuschränken, respektive zu unterlassen. Ebenso die zusätzliche Zufuhr von Vitamin D. Wichtig ist die Reduktion von möglichen Schadstoffen. Da diese über die Leber und zum Großteil dann auch über die Nieren entsorgt werden müssen. 

Hierzu gehören Bakterien und Schimmelpilze. Chemikalien und Noxen, die auch, auch wenn oft etwas anderes versprochen wird, in feuchten Müslifuttern verwendet werden. In diesem Fall Konservierungsmittel und Aromastoffe, auch naturidentische. 

Hydrothermisch aufgeschlossene Maisflocken bieten hohe Mengen an Kohlenhydraten und Energie in so einer Krisensituation. Mais ist im Vergleich zu anderen Getreiden am energiereichsten und eiweißärmsten. Kleine und Extraktionsschrote bzw. Ölkuchen sind leider reich an Eiweiß.

Durch eine falsche Herstellung oder Lagerung können sich in Kraftfutter und in Raufutter, wie Heu und Stroh, Schimmelpilze ansiedeln, welche vor allem die Nieren dauerhaft stark schädigen. Regelmäßige Kräuterkuren können die Nierentätigkeit des Pferdes positiv unterstützen und dafür sorgen, dass dieses wichtige Organ gesund bleibt. 

Harntreibende Kräuter sind:

  • Löwenzahn
  • Birke
  • Brennnessel

Solltet Ihr Fragen zur optimalen Fütterung für Euer Pferd haben, könnt Ihr mich gerne kontaktieren